Satelliten Funk

Vor 60 Jahren, am 12. Dezember 1961, wurde der erste Amateurfunksatellit mit dem Namen OSCAR-1 (der Name steht für Orbiting Satellite Carrying Amateur Radio) von einer Gruppe kalifornischer Funkamateure gebaut und kostengünstig als Ballast-Ersatz durch eine KH-3 Rakete (Discoverer 36) in Orbit gebracht. Die erfinderischen High-Tech-Tüftler schafften es, wie es sich für sparsame Funkamateure gehört, den Satelliten für heute umgerechnet ca. 500 Dollar selbst zubauen.

Seitdem haben Funkamateure aus mehr als 22 Ländern über 70 „eigene“ Satelliten gestartet und damit sowohl die analoge als auch die digitale Satelliten-Kommunikation vorangetrieben. Viele Funkamateursatelliten waren Schulexperimente, aus denen Wissenschaftler und Ingenieure hervorgegangen sind. Die Berichte der Funkamateure, welche Radioverbindungen aus aller Welt unter den unterschiedlichsten Situationen und (Funk-)Wetterlagen zustande brachten, waren und sind ein wertvoller Beitrag zur wissenschaftlichen Untersuchung der Ausbreitungsbedingungen von Funkwellen auf unserem Planeten und im Weltall. Diese Arbeiten entlang der Grenze zwischen Hobby und Wissenschaft sind wichtig, um immer sicherere Kommunikation und Datentransporte der Astronauten untereinander und mit der Erde, oder zwischen Flugzeugen oder Schiffen jeder Art zu gewährleisten.

Man muss aber kein Wissenschaftler sein, um als Funkamateur auf diesem faszinierenden Gebiet mitzumachen: Viele Amateurfunksatelliten senden und empfangen mit der gleichen Technik wie die üblichen UKW-Radiosender und können tatsächlich mit einem einfachen Handfunkgerät abgehört oder sogar betrieben werden.

Fast alle Astronauten der Internationalen Raumstation sind auch lizenzierte Funkamateure. Mit ihnen kann jeder andere Funkamateur, gelegentlich von der Erde aus, persönliche Verbindungen aufbauen. Ein Frankfurter Gymnasium hat in der großen Aula zusammen mit einer Gruppe von Funkamateuren eine komplette Satellitenfunkstation mit auf dem Schulhof eingebundenen selbstführenden Antennen für eine Verbindung mit der ISS aufgebaut. Schüler konnten die einmalige Situation erleben, in Anwesenheit von Eltern und Lehrern „live“ Fragen an die Astronauten direkt zu stellen und mit ihnen zu reden. Das haben wir, Hessische Funkamateure, ermöglicht.

Durch Amateurfunksatelliten kann ein Funkamateur leichter Verbindungen mit sonst kaum erreichbaren Orten unseres Planeten realisieren. Die GPS-, Glonass-, GALILEO- und Baidu-Satelliten machen weltweit mit ihren Funksignalen die Navigation auf Erden, Seen und in der Luft, immer genauer und sicherer. Sie werden von den Funkamateuren gerne auch benutzt. Die Satelliten-Funksignale verraten auch die Uhrzeit in noch nie dagewesener Genauigkeit, synchronisiert in der ganzen Welt, womit viele technische Anwendungen erst ermöglicht werden.

Die fortschreitende Entwicklung von Satellitentechnologie, Funktechnik, Computertechnik und Netz-werktechnik eröffnet den Funkamateuren neue und immer größere Möglichkeiten sich zu entfalten und eigene Ideen zu realisieren, sei es technisch oder kommunikativ, experimental oder unter Verwendung bestehender Gerätschaften und Anlagen. Aber immer der Tatsache bewusst, dass an beiden Enden einer Funkstrecke, egal ob sie nur bis zur nächsten Ortschaft oder über einen Satelliten bis zu den Antipoden oder in den Weltraum reicht, es immer zwei Menschen oder zwei Gruppen von Menschen gibt, die unabhängig von Staatsangehörigkeit und Religion, Rasse oder Aussehen, Alter oder Bildung, Freunde sein wollen und im wahrsten Sinne des Wortes völkerverbindend das Miteinander üben.

Alles viel zu kompliziert? Nein!

Kommt auf unseren Stand und sprecht uns einfach an. Wir zeigen euch, wie überraschend einfach es ist!

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